Pflegezusatzversicherung im Vergleich, alle Unterschiede

Pflegerente, Pflegetagegeld oder Pflegekostenversicherung?

 Welche Lösung passt wirklich zu Ihnen?

 

Wer sich erstmals mit privater Pflegevorsorge beschäftigt, stößt schnell auf drei unterschiedliche Versicherungsarten:

  • Pflegerente
  • Pflegetagegeldversicherung
  • Pflegekostenversicherung

 

Alle drei verfolgen dasselbe Ziel: 

Die finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit abzufedern. Der Weg dorthin ist jedoch grundverschieden. Genau deshalb gibt es keine pauschal beste Lösung.

Warum überhaupt privat vorsorgen?

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist bewusst nur als Teilkaskoversicherung konzipiert. Sie übernimmt lediglich einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten. Den verbleibenden Eigenanteil müssen Betroffene häufig aus ihrem Einkommen oder Vermögen finanzieren.

Private Pflegezusatzversicherungen schließen diese Versorgungslücke. Dabei stehen drei unterschiedliche Konzepte zur Verfügung.

 

Die Pflegerente

Die Pflegerentenversicherung gehört zur Produktlinie der Lenben- bzw. Rentenversicherung.

Wird eine versicherte Person pflegebedürftig, zahlt der Versicherer eine vereinbarte monatliche Rente aus. Die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Pflegegrad.

Typischerweise wird die volle Leistung ab Pflegegrad 5 gezahlt. In den Pflegegraden 1 bis 4 erhalten Versicherte einen vertraglich festgelegten prozentualen Anteil der vereinbarten Rente.

Beispiel:

Vereinbart wurden 1.500 Euro monatliche Pflegerente.

Pflegegrad 5 = 100 % = 1.500 Euro

Pflegegrad 4 = 80 % = 1.200 Euro

Pflegegrad 3 = 60 % = 900 Euro

Die tatsächlichen Prozentsätze unterscheiden sich je nach Tarif.

Die größten Vorteile:

  1. lebenslange garantierte Rentenzahlung
  2. freie Verwendung der Leistung
  3. stabile Beiträge
  4. Beitragsbefreiung im Leistungsfall
  5. mit Kapitalerhalt oder Rückkaufswert, je nach Tarif und Versicherer. 

Sie müssen keine Rechnungen einreichen. Das Geld wird unabhängig von den tatsächlich entstandenen Pflegekosten ausgezahlt und steht Ihnen frei zur Verfügung.

Damit ist die Pflegerente die einzige der drei Varianten, bei der eingezahlte Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen nicht vollständig verloren sein müssen.

Nachteile:

  • höhere Beiträge
  • Tarifaufbau sehr anspruchsvoll

Die Pflegetagegeldversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung funktioniert deutlich einfacher.

Sie vereinbaren einen festen Tagessatz, beispielsweise 50 Euro pro Tag. Auch hier erfolgt die Auszahlung abhängig vom Pflegegrad.

Beispiel: 50 Euro pro Tag

Pflegegrad 5 = 100 % = 50 Euro täglich

Pflegegrad 4 = 80 % = 40 Euro täglich

Pflegegrad 3 = 60 % = 30 Euro täglich

Je nach Anbieter und Tarif können andere Staffelungen gelten.

 

Der große Vorteil:

Auch hier müssen Sie keine Rechnungen einreichen. Das Geld wird unabhängig von den tatsächlich entstandenen Pflegekosten ausgezahlt und steht Ihnen frei zur Verfügung.

Sie entscheiden selbst, ob Sie damit

  • Angehörige unterstützen,
  • eine Haushaltshilfe bezahlen,
  • Umbauten finanzieren oder
  • Eigenanteile im Pflegeheim ausgleichen.

weitere Vorteile:

  1. günstiger Einstieg
  2. freie Verwendung
  3. unkomplizierte Auszahlung
  4. individuell planbare Absicherung

 

Nachteile:

  • Beiträge können sich in der privaten Zusatzversicherung im Laufe der Zeit stark erhöhen
  • keine Beitragsrückgewähr
  • i.d.R. keine Beitragsbefreiung im Leistungsfall
  • Leistungsunterschiede zwischen den Tarifen sind erheblich

Die Pflegekostenversicherung

Die Pflegekostenversicherung verfolgt einen völlig anderen Ansatz.

Sie zahlt keinen festen Geldbetrag.

Stattdessen ersetzt sie die tatsächlich entstandenen Pflegekosten, nachdem die gesetzliche oder private Pflegepflichtversicherung bereits geleistet hat. Je nach Tarif werden die Restkosten ganz oder teilweise übernommen. Voraussetzung ist der Nachweis der entstandenen Kosten.

Beispiel:

Pflegeheimkosten: 5.500 Euro

Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung: 2.100 Euro

Verbleibender Eigenanteil: 3.400 Euro

Je nach Tarif übernimmt die Pflegekostenversicherung diesen Betrag vollständig oder nur zu einem vereinbarten Prozentsatz.

 

Vorteile:

  • gezielte Absicherung hoher Eigenanteile
  • besonders interessant für Vermögensschutz
  • gute Lösung bei stationärer Pflege

Nachteile:

  • Rechnungsnachweise erforderlich
  • keine freie Verwendung

Der direkte Vergleich!

Welches Konzept besser geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrem Vermögen, Ihren familiären Verhältnissen, Ihrer Einkommenssituation und Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.

 

Vorsicht vor dem Tarifdschungel:

Nicht nur die drei Produktarten unterscheiden sich erheblich. Auch innerhalb jeder Versicherungsart existieren zahlreiche Tarifvarianten.

Unterschiede gibt es beispielsweise bei:

  • Leistungshöhe je Pflegegrad
  • Dynamik
  • Definition des Leistungsfalls
  • Leistungen bei Demenz
  • Wartezeiten
  • Beitragsbefreiung
  • Nachversicherungsgarantien
  • Beitragsentwicklung
  • Leistungen im Ausland

Deshalb lässt sich die Frage nach der "besten Pflegeversicherung" nicht pauschal beantworten.

 

Mein Fazit:

Es gibt nicht die beste Pflegezusatzversicherung.

Es gibt nur die Lösung, die zu Ihrer persönlichen Situation passt.

In einer unabhängigen Beratung analysieren wir gemeinsam Ihre Versorgungslücke und finden heraus, welche Absicherungsform Ihren Zielen am besten entspricht. So vermeiden Sie Fehlentscheidungen und investieren nur in den Schutz, den Sie wirklich benötigen.

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